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Wer Erfolg haben will, kommt nicht zu spät!


Wir alle wollen erfolgreich sein. Wir besuchen Aus- und Weiterbildungen, wir lesen entsprechende Bücher, wir setzen uns Ziele, wir pflegen unser Netzwerk, wir meditieren, machen Yoga und noch vieles mehr, um unsere Erfolgsaussichten zu verbessern. Eine entscheidende Tugend wird aber sehr oft nicht nur vernachlässigt, sondern sogar belächelt. Wer Erfolg haben will, muss pünktlich sein!

Er war einer der grossen Favoriten über 5000 Meter bei den Olympischen Sommerspielen 1972 in München: Miruts Yfter. Der Äthiopier, dessen Geburtsdatum nicht bekannt ist, trat erst im Jahr 1971 auf dem internationalen Leichtathletik Parkett in Erscheinung. Wegen seiner, meist überraschenden plötzlichen Tempowechseln, erhielt er den Übername „Yfter the Shifter“.

Yfter war damals ein Hoffnungsträger für sein Land. Es war die Zeit als das Kaiserreich in eine schwere Krise geriet. Der seit Jahrzehnten regierende Kaiser Haile Selasie sah sich dem Widerstand der verarmten Bauern gegenüber, gleichzeitig dürstete das Bürgertum nach mehr Mitsprache. Eine Goldmedaille an den olympischen Spielen wäre Balsam gewesen für die Seele der Äthiopier. Der Soldat Yfter hatte während Jahren, jeden Tag stundenlang für diesen Moment trainiert. Er war bereit, für sein Land olympisches Gold zu holen.

Am 7. September 1972 war es soweit. Die vier Vorläufe standen auf dem Programm. Und dann passierte das Unglaubliche. Miruts Yfter war nirgends zu sehen. Er war nicht am Start. Das Rennen war bereits im Gang, als der drahtige Äthiopier ins Münchner Olympiastadion kam. Yfter kam zu spät zum entscheiden Rennen.

Weshalb er zu spät kam, weiss niemand mit Sicherheit. War es eine Verzögerung bei der Eingangskontrolle, lag die Schuld beim Trainer oder beim Athleten selber? Von Yfter werden wir es nie erfahren, er ist 2016 in Kanada gestorben. Schlussendlich spielt es auch gar keine Rolle. Fakt ist: Yfter kam zu spät. Erfolg über 5'000 Meter hatten andere.

Unpünktlichkeit wird zur Selbstverständlichkeit

Vielleicht täuscht mein Eindruck, aber in letzter Zeit erscheint es mir, dass es viele Menschen gibt, die es mit der Pünktlichkeit ganz und gar nicht ernst nehmen. Man kommt zu spät zur Arbeit, zum Training, zur Verabredung, zum Meeting oder zur Einladung. Nicht nur kommt man zu spät, man tut dies zu allem noch mit einer gewissen Selbstverständlichkeit. Es scheint, als ob die zu spät kommenden Personen nicht einmal ein schlechtes Gewisse für ihre Unpünktlichkeit empfinden. Wenn überhaupt, dann kommt höchstens ein Verweis auf die angebliche Verkehrslage, als ob die anderen Personen diese Problematik nicht auch gehabt hätten...

Unpünktlichkeit ist ein Zeichen von Inkompetenz und Respektlosigkeit

Es gibt Leute, die glauben, dass Pünktlichkeit eine Eigenschaft von kleinkarierten Pedanten ist, dass es ein Zeichen von Coolness ist, wenn man es mit der Zeit nicht so genau nimmt. Aber wissen sie was? Das ist genauso Bullshit wie das Bonmot: „lieber spät als nie“.

Wer unpünktlich ist, zeigt damit nicht, dass er ein bewundernswerter weltgewandeter Freigeist ist. Unpünktlichkeit ist ein Zeichen für Inkompetenz und/oder Respektlosigkeit. Und ich bin sicher, dass wir uns einig sind: Inkompetenz und Respektlosigkeit sind keine Eigenschaften von erfolgreichen Personen.

Wer unpünktlich ist, liefert den Beweis,

  • Für seine Unfähigkeit zu planen;

  • Für ein mangelndes Zeitmanagement;

  • dass er nicht im Stande ist die Zeit richtig einzuschätzen;

  • für seine Unzuverlässigkeit;

  • für seine Disziplinlosigkeit

  • für sein Desinteresse.

Das Letzte was ich will, wenn ich beabsichtige erfolgreich zu sein ist, dass ich den Eindruck erwecke, dass ich ein desinteressierter, unzuverlässiger, disziplinloser Chaot bin. Denken Sie daran, wenn sie das nächste Mal einen Termin einzuhalten haben.

Nun, wenn ich als inkompetent erscheinen will, dann ist dies schlussendlich mein Entscheid und ich trage die Konsequenzen dafür ganz alleine. Schlimmer aber noch ist, dass Unpünktlichkeit auch einen schwerwiegenden Einfluss auf andere Menschen hat. Nämlich auf diejenigen, die ich warten lasse.

Unpünktliche Menschen sind Lebensdiebe

Eines ist sicher, wir haben alle nur ein Leben und mit jeder Sekunde sind wir dessen Ende etwas näher. Zeit kann ich mir nicht kaufen, nicht ausleihen, nicht anhalten, nicht erneuern. Zeit ist ein für jeden Menschen limitiertes und somit sehr wertvolles Gut. Ein Gut, das es nicht zu verschwenden gilt.

Wer jemanden warten lässt, der tut aber genau dies. Er verschwendet die Zeit der wartenden Person. Wer warten lässt ist somit ein schamloser Dieb: Ein Lebensdieb.

Wenn ich unpünktlich bin, dann ist dies ein massiver Beweis meiner Respektlosigkeit. Es ist der Beleg für meine Überheblichkeit, meine Arroganz. Wenn ich warten lasse, dann drücke ich damit aus: Meine Zeit ist wertvoller als die Zeit der wartenden Person, ergo: Ich bin wichtiger als die wartende Person. Ob ich zeitgerecht zu einem Anlass erscheine oder nicht, ist ein Zeichen der Wertschätzung. Je später ich komme, desto höher ist meine Geringschätzung gegenüber dem Anlass und somit gegenüber denjenigen Menschen, welche für diesen verantwortlich sind.

Status berechtigt nicht zu Unpünktlichkeit

Denken Sie daran: Alle Menschen sind gleich wertvoll. Weder ein höherer beruflicher Status, noch eine bessere Bildung oder irgendein Titel gibt einem das Recht auf Unpünktlichkeit. Es ist kein Zeichen von Macht, wenn man andere warten lässt, es ist ein Zeichen von mangelndem Stil und Anstand, von mangelnder Grösse. Deshalb darf auch ein Vorgesetzter seine Unterstellten nicht warten lassen. Kommt hinzu, dass er neben der Respektlosigkeit auch noch ein schlechtes Vorbild abgibt.

Entschuldigung ohne Ausreden

Es ist mir auch klar, dass wir wohl alle schon einmal Verspätung hatten, auch in Zukunft kann uns das passieren. Dannzumal gibt es nur ein korrektes Verhalten: Sobald man merkt, dass man einen Termin nicht einhalten kann, meldet man dies unverzüglich an. Dies erlaubt es der betroffenen Person sich neu zu organisieren, statt irgendwo vergeblich zu warten. Zwingend ist auch eine Entschuldigung. Und zwar eine Entschuldigung ohne Ausrede und ohne Erklärung. Fakt ist, dass man zu spät ist, weshalb interessiert nicht!

Wenn Sie zu spät zu einer Kino-, oder Theatervorführung, einem Sportanlass oder sonst einer Veranstaltung erscheinen, die bereits begonnen hat, dann verhalten Sie sich so diskret wie möglich. Platzieren Sie sich dort, wo es niemanden stört. Ihre angestammten Plätze können Sie dann in der Pause einnehmen.

Reserven einplanen

Was kann ich gegen meine eigene Unpünktlichkeit tun? Nun, es gibt eigentlich nur einen Ratschlag: Planen Sie genügend Reserven ein. Wenn Sie mit dem Auto oder zu Fuss unterwegs sind, dann addieren sie immer mindestens 30 Prozent mehr Zeit für die Strecke. Wenn Sie die öffentlichen Verkehrsmittel nutzen, dann nehmen sie nie den letztmöglichen Zug, Bus oder Tram.

Liebe Leserinnen und Leser, Pünktlichkeit ist kein Relikt aus der Vergangenheit. Auch die Tatsache, dass wir heute immer und überall erreichbar sind, darf nicht dazu verleiten, dass wir unseren Zeitplan bis zur letzten Sekunde ausreizen. Pünktlichkeit ist eine Tugend, eine Tugend, die es braucht um erfolgreich zu sein.

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